Bei der Altablagerung „Deponie OMV – Zwölfaxing“ handelt es sich um eine bewilligte Deponie, in die von 1961 bis 1984 ohne Basisabdichtung rund 170.000 m³ Abfälle abgelagert wurden; davon rund 80.000 m³ Raffinationsabfälle, wie Säureharze, Säureteer und mineralölhaltige Abfälle mit hohen Gehalten an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW). Ausgehend von der Ablagerung findet ein erheblicher Eintrag von PAK und MKW in das Grundwasser statt. Die Schadstoffbelastungen liegen zum Teil als Teer- oder Mineralölphasen vor, die sich auf den Grundwasserschwankungsbereich bzw. auf die Grundwasseroberfläche im unmittelbaren Grundwasserabstrom beschränken. Eine weiterreichende Ausbreitung der Schadstoffe im Grundwasser findet nicht statt. Dementsprechend sind die im weiteren Abstrom (> 1 km) vorhandenen Trink- und Nutzwasserbrunnen durch die Verunreinigungen im Bereich der Altablagerung nicht gefährdet. Die Altablagerung stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.
Die vorliegende Altlast N65 OMV Deponie Zwölfaxing wurde mittels Tauchwand (Teilumschließung), Brunnen mit Absaugeinrichtung und Oberflächenabdeckung gesichert.
Um dauerhaft zu verhindern, dass sich am Grundwasser aufschwimmendes Produkt ausbreiten kann, wurde eine 635 m lange Tauchwand im Düsenstrahlverfahren (Lamellenwand) errichtet. Die Tauchwandoberkante wurde mit 0,5 m über HGW und die Tauchwandunterkante mit 1,5 m unter NGW festgelegt. Mit dem ausgewählten Düsenstrahlverfahren war es möglich die Wand tatsächlich nur Bereich zwischen ca 10,5 m bis ca 16,5 m unter Gelände herzustellen. Das Herstellungsverfahren hatte bei dieser Sicherung drei Vorteile: Es zeigen sich nahezu keine Veränderungen bei den Grundwasserverhältnissen, da das Grundwasser unter der Wand durchströmen kann, gegenüber anderen Bauverfahren konnten viele m² Wand eingespart werden und es gelang – bevor die Oberflächenabdeckung hergestellt wurde – den auftreibenden Säureteer mit der Rücklaufsuspension des DSV-Verfahrens zu stabilisieren.
Für die maßgenaue Herstellung der Oberflächenabdeckung mit Dachprofil wurde ein 3-D – Modell mit den einzelnen Lagen erstellt, welches für die Profilierungsarbeiten in GPS-gesteuerten Baumaschinen (Bagger, Raupe, Grader) eingespielt wurde. Zur Oberflächenabdichtung wurden auf einer Fläche von 65.850 m² Bentonitmatten überlappend und doppellagig verlegt. Das Niederschlagswasser wird über eine umlaufende Drainageleitung in zwei Versickerungsanlagen (außerhalb des Deponiekörpers) geleitet.
Leistungen der GRUPPE WASSER:
- Erstellung der Wasserrechtlichen Einreichunterlagen im Jahr 2015,
- Mitwirkung am Grundwassermodell zur Ermittlung der Auswirkungen auf die Grundwasserverhältnisse,
- Durchführung des Wasserrechtsverfahrens,
- Detailplanung Tauchwand im Düsenstrahlverfahren, Ölabschöpfbrunnen, Grundwasserbeweissicherung, Produktabschöpfung, Oberflächenabdeckung und Entwässerung,
- Ausschreibung Tiefbau und Oberflächenabdeckung,
- Vergabeverfahrensbegleitung,
- Ergänzende Untergrunderkundung 2017, Bohrbetreuung, Bauaufsicht,
- Erweiterte Untergrunderkundung 2017 – 2018, da die Produktlinse deutlich größer ist als von früheren Planern angenommen; zur Abgrenzung der Produktlinse wurden 44 zusätzliche Grundwassermessstellen errichtet. Planung, Bohrbetreuung, Bauaufsicht
- Umplanung des Sicherungsprojektes: Änderung der Tauchwandtrasse und -länge, Änderung des Herstellungsverfahrens der Tauchwand, Entwicklung eines Systems zur Stabilisierung des Säureteers, Änderung der Anzahl der Produktabschöpfbrunnen, Vergrößerung der Oberflächenabdeckung, Änderung der Ableitung der Niederschlagswässer und Versickerung, Änderung der Grundwasserbeweissicherung
- Erstellung der Einreichunterlagen zur Änderung des Wasserrechtsbescheides
- Mitwirkung an der Überarbeitung des Grundwassermodell zur Ermittlung der Auswirkungen auf die Grundwasserverhältnisse Jahr 2018,
- Begleitung des Wasserrechtsverfahrens zur Änderung des Wasserrechtsbescheides,
- Begleitung eines Duldungsverfahrens,
- Begleitung der Verhandlungen mit der Baufirma, wegen des Baustopps,
- Begleitung der Vertragsverhandlung bzgl der Auftragserweiterung mit der Baufirma,
- Erstellung eines 3D-Oberflächenmodells mit dem Ziel, das Unterbauplanum in Dachform so herzustellen, dass eine ausgeglichene Massenbilanz vorliegt,
- ständige technische Bauaufsicht, kaufmännische Bauaufsicht, BauKG, Durchführung von Grundwasser- und Produktmessungen
- Durchführung von großräumigen Grundwassersimultanmessungen als Grundlage für die Erstellung eines neuen Grundwassermodells zur Ermittlung eines Brunnenstandortes auf einem Nachbargrundstück,
- Detailplanung von drei Produktabschöpfcontainern zur Absaugung des Produkts vom Grundwasser bei jedem der drei Brunnen und drei weiteren Skimmern pro Container zur Produktabsaugung bei Grundwassermessstellen, inkl der sicherheitsrelevanten Details,
- Ausschreibung der Produktabschöpfcontainer,
- Begleitung des Vergabeverfahrens der Produktabschöpfcontainer
- Begleitende Aufsicht bei der Installation der Produktabschöpfsysteme, kaufmännische Aufsicht















